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Leitbild Grenzdurchgangslager
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  • Deutsch
Wo

Museum Friedland
Bahnhofstraße 2
37133 Friedland
Tel.: 05504 9491856

Wann

Öffnungszeiten:
Mittwoch - Sonntag
10 - 18 Uhr

Kunst als Brücke zwischen Menschen und Kulturen

ein mehrere Meter großer Edelstahlring mit Tauben aus Bronze besetzt

Museum Friedland weiht Skulpturen der „Kunst am Bau“ ein.

„Schwebende Gemeinschaft“ und „Skulptur zu Flucht, Heimatverlust und Neuanfang“ – das sind die Titel der beiden „Kunst am Bau“-Werke, die am Dienstag offiziell am Erweiterungsgebäude, dem sogenannten zweiten Bauabschnitt, des Museums Friedland der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. 

Mit dem Entwurf „Schwebende Gemeinschaft“ konnte der Berliner Künstler Thorsten Goldberg im Frühjahr 2022 einen anonymen, nicht-offenen Wettbewerb für sich entscheiden. Abgeleitet aus der Form eines geflochtenen Kranzes zeigt das Werk einen geschwungenen Edelstahlring, der in fünf Metern Höhe an Stahlseilen vor der dunklen Fassade an der Nordseite des Gebäudes hängt. An ihm sitzen und hängen neun lebensgroße Bronzetauben. „Was mir immer geblieben ist, wenn ich irgendwo weggegangen bin und woanders angekommen bin, ist genau die Situation dazwischen, nämlich die Unsicherheit, die Bodenlosigkeit, dieses auf schwankenden Brettern zu sein,“ beschreibt Thorsten Goldberg das Gefühl, das er mit seinem Werk darstellen will.

Die „Skulptur zu Flucht, Heimatverlust und Neuanfang“ entspricht nicht dem traditionellen Verständnis eines von einer einzelnen Künstlerpersönlichkeit geschaffenen Kunstwerks. Stattdessen stellt sie das Resultat eines partizipativen Prozesses dar, der gezielt die Bewohner:innen des Grenzdurchgangslagers Friedland einbezog. Der Zusatzlehrgang „Zusatzqualifikation Kunstvermittlung“ an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) initiierte den Prozess, konzipierte Workshops und schuf die Skulptur für den Standort vor dem neuen Gebäude des Museums Friedland.

Die Skulptur vereint vielfältige Erfahrungen, die aus der Perspektive von Geflüchteten dargestellt werden, die das Grenzdurchgangslager Friedland zu Beginn des Jahres 2023 bewohnten. Die Skulptur ist in drei farblich unterschiedliche Ebenen gegliedert, die jeweils eine bestimmte Zeitspanne symbolisieren: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. In ihrer Gesamtheit ist die Skulptur ein Zeugnis der Erfahrungen von Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit und einem neuen Zuhause sind. Durch die Verbindung von Kunst und persönlicher Erzählung handelt es sich bei der Skulptur um ein Werk, das auf unterschiedlichen Ebenen interpretiert werden kann. Sie versteht sich als ein Werkzeug zur Sensibilisierung und zur Förderung eines ästhetischen Dialogs zwischen Menschen mit unterschiedlichen sozialen, politischen und kulturellen Hintergründen. 

Prof. Dr. Ana Dimke, Präsidentin der HBK, über die Zusammenarbeit: „Künstlerische Kooperationen wie diese sind ein ideales Feld, um Perspektiven auszutauschen, unbekannte Lebenswelten, andere Kommunikationsformen und neuartige Gedanken kennen und tolerieren zu lernen und eventuelle Gemeinsamkeiten auszuloten. Letztlich ist dies ein Prozess, der jedem künstlerischen Erlebnis zugrunde liegt, und genau so kann man das Ziel der Kunstvermittlung auch verstehen: als in Verbindung bringende Positionierung.“ 

„Beide Werke zeigen eindrucksvoll, wie Kunst ganz ohne Sprache funktionieren kann. Sie hat auf der schöpferischen Ebene Menschen und Kulturen zusammengebracht und ist gleichzeitig auf der Seite der Betrachtenden universal zugänglich.“ Dr. Anna Haut, wissenschaftliche Leiterin des Museums, sieht in der Kunst am Bau eine Brücke zwischen Menschen und Kulturen.

Der zweite Bauabschnitt des Museums Friedland und mit ihm die Realisierung der Kunst am Bau wurde durch das Staatliche Baumanagement Südniedersachsen umgesetzt. Die Eröffnung des Erweiterungsgebäudes mit einer eigenen Dauerstellung zur Gegenwart der Migration nach Deutschland ist für den kommenden Herbst geplant. 

Über die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig zählt zu den renommiertesten Kunsthochschulen Deutschlands. Als einzige staatliche Kunsthochschule des Landes Niedersachsen trägt sie eine besondere Verantwortung für die Förderung von Kunst und Kultur als zentrale Grundlagen einer lebendigen, selbstkritischen und wandlungsfähigen Gesellschaft. Im Fokus stehen dabei insbesondere künstlerische Entwicklungsprozesse, die unabhängig von den Mechanismen des Kunstmarktes wirken, ebenso wie die Ausbildung und Förderung eines künstlerisch eigenständig arbeitenden Nachwuchses. Ergänzt wird das künstlerische Profil durch einen eigenständigen Designbereich mit forschungsbasierter Lehre sowie durch wissenschaftliche und pädagogische Forschungs- und Lehreinheiten. Als international ausgerichtete Hochschule verfügt die HBK Braunschweig zudem über das Promotions- und Habilitationsrecht.