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Leitbild Grenzdurchgangslager
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Organisation

Sprache

  • Deutsch
Wo

Museum Friedland
Bahnhofstraße 2
37133 Friedland
Tel.: 05504 9491856

Wann

Öffnungszeiten:
Mittwoch - Sonntag
10 - 18 Uhr

Erweiterung: Museum Friedland 2026

Derzeit laufen die Baumaßnahmen für eine Erweiterung des Museums. Das neue Museumsgebäude wird ab 2026 die bestehende Dauerausstellung im historischen Bahnhof komplementieren, in der die Darstellung von Kriegsfolgenmigrationen sowie die Einwanderung von (Spät)Aussiedler:innen breiten Raum einnimmt. Demgegenüber wird die Dauerausstellung im künftigen Haus 2 die jüngste Geschichte der Migration nach Deutschland über Friedland seit 2011 abbilden, die sich stets verändernde Gegenwart thematisieren und zu Diskussionen über die Zukunft anregen. Nicht mehr Heimatvertriebene, Kriegsheimkehrer und Aussiedler:innen, sondern Asylsuchende, Menschen aus Resettlement- und Humanitären Aufnahmeprogrammen aus aller Welt sowie Spätaussiedler:innen stehen im Zentrum des Erweiterungsbaus. Ihre Wege nach Friedland und ihr Ankommen in Deutschland wird die Ausstellung beleuchten. Sie setzt auf einen niedrigschwelligen Zugang zu diesem komplexen Thema, der viele Möglichkeiten zum Entdecken und Forschen bietet und die Besucher:innen immer wieder dazu anregt, sich einzubringen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Prozess des Ankommens: Gezeigt werden Rahmenbedingungen und Strukturen, innerhalb derer sich Migrant:innen in Deutschland bewegen, aber auch die Erfahrungen und Herausforderungen. Themen wie rechtlicher Status, Spracherwerb, Wohnen, Arbeiten, Teilhabe sowie mediale Diskurse werden präsentiert ebenso wie die Reaktionen auf und dem Umgang mit den Herausforderungen durch die verstärkten Migrationen in der Aufnahmegesellschaft.

Der letzte Ausstellungsbereich präsentiert Erinnerungen, Gefühle, Hoffnungen und Wünsche im Prozess der Migration, wie sie sich in Objekten und künstlerischen Arbeiten, mitunter auch in Leerstellen manifestieren.

 

LEITLINIEN DER DARSTELLUNG

Leitende Prinzipien für die Ausstellung sind der unmittelbare Bezug zur Gegenwart und das Aufgreifen aktueller Diskurse und Entwicklungen. Multiperspektivisches Erzählen gibt zahlreichen Zeitzeugenberichten Raum. Die Partizipation einer diversen Öffentlichkeit an der Ausstellungsentwicklung sowie in der Ausstellung selbst und die Ermöglichung eines inklusiven Museumsbesuchs für alle Zielgruppen runden das Konzept ab.

 

Unmittelbarer Bezug zur Gegenwart durch Abbildung je aktueller Diskurse und Entwicklungen

Der Neubau wird die Gegenwart der Migrationsgesellschaft in Deutschland reflektieren und dementsprechend Prozesse abbilden, die schneller Veränderung unterworfen sind. Um den Gegenwartsbezug der Ausstellung aufrecht zu erhalten und neue Entwicklungen zeitnah abzubilden, wird sie regelmäßig aktualisiert durch neue Informationen, Texte, Exponate, Audio- und Videoelemente sowie durch den Umbau der Ausstellungsmodule.

 

Multiperspektivisches Narrativ, das Stimmen von Zeitzeugen breiten Raum gibt

Der Neubau berücksichtigt in seiner Erzählung über Flucht und Migration nach Deutschland die persönliche Position flüchtender und migrierender Menschen und damit ihre Handlungsmacht im Prozess der Migration. Ein zentrales Element der Ausstellung sind dementsprechend die Biografien, Selbstzeugnisse und Selbstaussagen der ehemaligen und gegenwärtigen Bewohner:innen des Grenzdurchgangslagers. Kontextualisiert werden diese multiperspektivisch durch die Darstellung politischer, administrativer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, Infrastrukturen und Positionierungen. Nach der konkreten Verwendung für die Ausstellungsentwicklung wird die im Kurationsprozess geschaffene Zeitzeugendatenbank mit Interviews, Audiobeiträgen und biographischen Informationen der Forschung zur Verfügung gestellt und weiterwachsen.

 

Einbeziehung von Zielgruppen und Interessenten in die Ausstellungsgestaltung

Alle Ausstellungsinhalte werden in enger Zusammenarbeit mit ehemaligen und gegenwärtigen Bewohner*innen des Grenzdurchgangslagers entwickelt und durch deren Beiträge bereichert. Auch weiteren informierten Personen sowie Institutionen aus Wissenschaft und Praxis wird das Angebot gemacht, konkrete Elemente der Ausstellung gezielt mit zu gestalten. Diese Partner werden mit ihrem jeweiligen Wissen die Ausstellung immens bereichern und den Aufbau einer Community rund um das Museum befördern.

Das Stichwort Partzipation bezieht sich aber auch auf die Zeit nach der Eröffnung. Besucher:innen erhalten in der Ausstellung zahlreiche Angebote zur persönlichen Involvierung, von kritischer Auseinandersetzung mit den Inhalten der Ausstellung, ihrer Kommentierung und Ergänzung bis hin zum Generieren neuer, eigener Inhalte.

 

Gleichwertige Einbeziehung aller Zielgruppen durch Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit und Angebote für verschiedene Altersgruppen

Der Neubau setzt sich das Ziel, ein Haus mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Zielgruppen zu sein. Eine erste Voraussetzung besteht darin, das neue Haus weitgehend barrierefrei zu gestalten. Zudem wird die Ausstellung auf allen Ebenen konsequent viersprachig gehalten: Deutsch, Englisch, Russisch, Arabisch. Der Zugang wird generell niedrigschwellig sein; Texte werden in einfacher Sprache verfasst und sind leicht zu verstehen. Damit auch Kinder sich im Museum Friedland wohlfühlen und dementsprechend Eltern oder andere Begleitpersonen sich zum Wochenendausflug nach Friedland entschließen, wird es eigene kindgerechte Angebote geben.